Das neue Punktesystems – Das wird am dem 1. Mai alles anders

11.Mai 2014 keine Kommentare »
Das neue Punktesystems – Das wird am dem 1. Mai alles anders

Ab 1. Mai ist es soweit – das Verkehrszentralregister (VZR) wird durch das neue Fahreignungsregister (FAER) abgelöst. Für Autofahrer bedeutet das eine immense Umstellung, denn das ganze Punktesystem für Ordnungswidrigkeiten wird umstrukturiert. Aber was bedeuten die Neuerungen für die Autofahrer genau und ab wann ist zukünftig der Führerschein in Gefahr?


Die neuen Punkte:

bislang:

ist es so geregelt, dass Autofahrer für eine Ordnungswidrigkeit wie dem Telefonieren mit dem Handy während der Fahrt zwischen einem und vier Punkte abhängig von der Schwere des Vergehens bekommen haben. Für eine Ordnungswidrigkeit mit einem Regelverstoß gibt es drei oder vier Punkte und für eine Straftat mit Entziehung der Fahrerlaubnis wie dem Fahren unter Drogeneinfluss werden zwischen fünf und sieben Punkte in Flensburg angerechnet.

ab jetzt:

Ab dem 1. Mai gibt es für die klassische Ordnungswidrigkeit, die zukünftig als schwerer Verstoß bezeichnet wird einen Punkt. Für einen besonders schweren Verstoß (aktuell noch als Ordnungswidrigkeit mit einem Regelverstoß bezeichnet) gibt es zwei Punkte und für eine Straftat mit Entziehung der Fahrerlaubnis bekommt man drei Punkte in Flensburg angerechnet.

Der Punktetacho:

Bisher war es so, dass ein Autofahrer maximal 18 Punkte auf seinem Konto in Flensburg ansammeln durfte, bevor der Führerschein eingezogen wurde. Um den Führerschein nicht abgeben zu müssen, konnten die Autofahrer Seminare besuchen, um Punkte abzubauen. Dieses System wird zukünftig durch den sogenannten Punktetacho vereinfacht.

  • In der grünen Phase für ein bis drei Punkte gibt es lediglich eine Vormerkung in Flensburg, ohne dass es bestimmte Konsequenzen gibt.
  • In der gelben Phase für vier bis fünf Punkte gibt es eine Ermahnung der Fahrer. Außerdem kann der Hinweis zur freiwilligen Teilnahme an einem Seminar zum Punkteabbau erteilt werden.
  • Hat ein Autofahrer sechs oder sieben Punkte angesammelt, befindet er sich in der roten Phase und erhält eine Verwarnung. Die Teilnahme an einem Aufbauseminar ist dann Pflicht und ein Abbau von Punkten ist nicht möglich. Autofahrer, die an den verordneten Seminaren nicht teilnehmen, müssen mit dem Entzug ihres Führerscheins rechnen. Hat man acht oder mehr Punkte angesammelt, wird der Führerschein ebenfalls eingezogen. Die Fahrer sind dann gezwungen, auf andere Beförderungsmöglichkeiten zurückzugreifen und können frühestens nach sechs Monaten beantragen, dass sie ihre Fahrerlaubnis zurückbekommen.

 

Punktetacho © burnhead - Fotolia.com

Punktetacho © burnhead – Fotolia.com

 

Umrechnung der Punkte ins neue Punktesystem:

Bestehende Punkte werden mit der Einführung des neuen Systems nicht einfach gelöscht, sondern auf das neue Punktesystem übertragen.

  • Eins bis drei alte Punkte werden zu einem neuen Punkt reduziert.
  • Vier und fünf alte Punkte bedeuten zwei neue Punkte
  • für sechs oder sieben Punkte des alten Systems gibt es am ersten Mai drei Punkte nach dem neuen System.
  • Wer bereits acht bis zehn Punkte hatte, der wird im neuen System vier Punkte haben.
  • Elf bis dreizehn alte Punkte werden auf fünf neue Punkte reduziert.
  • Für vierzehn oder fünfzehn Punkte gibt es am ersten Mai sechs Punkte und
  • für sechzehn oder siebzehn alte Punkte finden sich im neuen System sieben Punkte auf dem Konto in Flensburg.
  • Die Autofahrer, die bis zum ersten Mai bereits achtzehn oder mehr Punkte angesammelt haben, werden acht Punkte bei der Systemumstellung erhalten.

Von der Umstellung der Punkte auf das neue System können manche Fahrer auch regelrecht profitieren. Denn für einige Delikte wie Fahren mit einem fehlenden oder einem verdeckten Kennzeichen gibt es zukünftig keine Punkte mehr, sondern nur noch ein Bußgeld. Hat ein Fahrer nach dem alten Punktekatalog für solche Ordnungswidrigkeiten Punkte angesammelt, werden diese bei der Umrechnung weggestrichen, wodurch sich das Punktekonto insgesamt reduzieren kann.

Punkteabbau und Punkteverfall:

  • Zukünftig werden die Punkte für einen schweren Verstoß nach 2,5 Jahren automatisch gelöscht.
  • Die Punkte für einen besonders schweren Verstoß verschwinden nach 5 Jahren vom Punktekonto.
  • Eine Straftat mit Entziehung der Fahrerlaubnis verfällt dagegen erst nach 10 Jahren.

Wer sein Punktekonto vorher bereinigen möchte, hat einmal alle fünf Jahre die Gelegenheit, ein Seminar zum Punkteabbau zu besuchen und einen Punkt abarbeiten. Das geht allerdings nur, wenn man nicht mehr als fünf Punkte in Flensburg auf dem Konto hat.

Mit dieser Umstellung wollen die Verantwortlichen die Fahrer dazu motivieren, zu ihrem eigenen Wohl und dem Wohl der anderen Verkehrsteilnehmer besonnender zu fahren und sich besser auf Straßenverkehrsordnung zu achten.


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