Abstinenznachweis für die MPU nach Drogenauffälligkeiten

18.Feb 2014 keine Kommentare »
Abstinenznachweis für die MPU nach Drogenauffälligkeiten

Drogenauffälligkeiten von Fahrzeugführern stellen eine Gefährdung des Straßenverkehrs dar und können zum Entzug des Führerscheins durch die Fahrerlaubnisbehörde führen. Dies ist für die betroffenen Personen häufig ein einschneidendes Geschehen, welches nicht selten mit beruflichen Nachteilen verbunden ist. Vor eine Wiedererlangung der Fahrerlaubnis setzt die Fahrerlaubnisbehörde daher oft die seit 1954 in der Bundesrepublik geläufige Medizinisch-Psychologische Untersuchung, kurz MPU, in Verbindung mit einem Abstinenznachweis.


Die Intention der Maßnahme

Beide Maßnahmen, die MPU, wie auch der Abstinenznachweis, dienen aus der Sicht des Gesetzgebers sowohl der Begutachtung der künftigen Fahreignung des Drogenauffälligen, wie auch der Prognostizierung der Verkehrsbewährung des Antragstellers.

Beide Aussagen und Einschätzungen fungieren als Entscheidungshilfen für die Fahrerlaubnisbehörde bezüglich einer eventuellen Neuerteilung der Fahrerlaubnis. Sowohl die MPU, aber auch die bloße aktenkundige Einnahme von Drogen durch einen Kraftfahrzeugführer, können bei positivem Befund zur behördlichen Anordnung eines sogenannten Screenings, dem Abstinenznachweis, führen.

Die Dauer des Abstinenztestes

Meist gibt die Führerscheinbehörde dabei die Dauer des Abstinenznachweises für Drogen, wie auch das durch den Probanden einzureichende Nachweismaterial vor.

  • Die Dauer des Abstinenznachweises kann sich über 6 Monate, aber auch bis zu 12 Monate erstrecken.
  • Die Dauer des Abstinenznachweises nach Drogenkonsum resultiert regelmäßig aus dem Schweregrad des jeweiligen Deliktes und aus der Härte und Gefährlichkeit der durch den Antragsteller vorher konsumierten Drogen.

Die Nachweismaterialien für den Abstinenztest

Als Nachweismaterial für die toxikologische Analyse eignen sich grundsätzlich unterschiedliche Körpermaterialien, nämlich Blut, Urin, Speichel, Haare und Nägel. Meist jedoch werden durch die Behörde Urin oder Haare präferiert.

Urin hat dabei den entscheidenden Vorteil, dass es ohne jegliche Anwendung invasiver Techniken, wie beispielsweise die Blutentnahme, gewonnen werden kann. Es kann sogar in größeren Mengen vom Probanden abverlangt werden und die relevanten Fremdstoffe sind im Urin meist in deutlich höherer Konzentration nachweisbar, als im Blut.

Viele dieser Fremdstoffe, insbesondere solche nach Cannabiskonsum, sind im Urin noch Wochen später signifikant vorhanden und somit nachweisbar. Allerdings ist das Prozedere der Urinabgabe aus der Sicht der Behörde an einen hohen zeitlichen und personellen Aufwand gekoppelt, da für den Abstinenznachweis im Rahmen einer MPU die Abgabe der Urinprobe unter direkter Sicht gesetzlich vorgeschrieben ist, um Manipulationsversuche wirksam auszuschließen.

Die zweite Option im Rahmen des Abstinenznachweises stellt die Gewinnung von keratinhaltigem Material aus dem Haar des Probanden dar. Unter der Berücksichtigung des biologischen Wachstums des Haares von 1 cm je Lebensmonat, kann im Rahmen der Haaranalytik eine jeweils valide Aussage zur Drogenkarriere des Probanden innerhalb der letzten 4 Wochen getroffen werden.

Für eine Aussage zur aktuellen Drogensituation des Betroffenen eignet sich die Haaranalyse allerdings nicht. Wird durch die Fahrerlaubnisbehörde die Art der abzugebenden Probe nicht vorgegeben, so kann der Antragsteller prinzipiell zwischen der Urinprobe und der Haaranalyse frei wählen.

Cut-off-Werte für Urin und Haare

Für die Haaranalytik gelten folgende Cut-off-Werte:

  • Cocain-Gruppe 0,1 ng/mg;
  • Amphetamine 0,1 ng/mg;
  • Opiat-Gruppe 0,1 ng/mg;
  • Benzodiazepine 0,05 ng/mg;
  • THC 0,02 ng/mg.

Bei der Urinanalyse werden nachfolgende Cut-off-Werte angesetzt:

  • Cannabinoide 10 ng/ml;
  • Opiate 25 ng/ml; Cocain 30 ng/ml;
  • Amphetamine 50 ng/ml;
  • Methadon 50 ng/ml;
  • Benzodiazepine 50 ng/ml.


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